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Alten- und Pflegeheim geht an Fliedner-Haus-Betreibergesellschaft

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Die Trägerschaft des Friederike-Fliedner-Hauses in Braunfels geht zum 1. August 2011 von der Königsberger Diakonie an die Fliedner-Haus-Betreibergesellschaft mbH über. Die neu gegründete Gesellschaft wird von der Kölner Terranus-Gruppe geführt und beraten, die über langjährige Erfahrungen im Bereich des Gesundheitswesens verfügt. Die Übertragung steht im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Konsolidierung der Königsberger Diakonie. Das Werk war im vergangenen Jahr in wirtschaftliche Notlage geraten. „Die Königsberger Diakonie ist nun auf einem guten Weg“, so der Vorstand, Pfarrer Jörn Contag (Wetzlar). Dennoch habe das Werk die zu erwartenden Kosten der Eröffnungsphase in Braunfels nicht tragen können. Das Friederike-Fliedner-Haus ist seit September 2009 von der „Deutsche Anlagen Leasing“ (DAL) modernisiert und erweitert worden. Diese hat den Altbestand der Immobilie von der Königsberger Diakonie übernommen und überlässt ihr das Gebäude bislang zur Nutzung.

Das Alten- und Pflegeheim verfügt nach Abschluss der Umbaumaßnahmen nunmehr über 120 Plätze. Pfarrer Contag bedauert die Entscheidung zum Betreiberwechsel. „Wir tun diesen Schritt ganz, ganz schweren Herzens“, so Pfarrer Contag, aber er sei notwendig, um das Überleben der Königsberger Diakonie insgesamt zu sichern. Bei den Verhandlungen sei es ihm wichtig gewesen, dass kein Arbeitsplatz verloren gehe. Alle 53 Arbeitsplätze im Haus werden bestehen bleiben und die Mitarbeiter erhalten von dem neuen Betreiber Arbeitsverträge zu den gleichwertigen guten Bendingungen.

Die Mitarbeitervertretung (MAV) hat dem Betriebsübergang zugestimmt unter der Voraussetzung, dass alle Mitarbeiter bleiben können. Nur die seit Januar eingeetzte Heimleiterin Anja Becker wird nicht mit übergehen und weiterhin das Solmser Heim in Braunfels leiten sowie zusätzliche Aufgaben innerhalb der Königsberger Diakonie übernehmen. Der Geschäftsführer der Berteibergesellschaft, Hermann Josef Thiel, stellte Helmut Uerlings als kommissarischen Heimleiter vor. Außerdem werde ein weiterer Mitarbeiter aus seinem Team ebenfalls kommissarisch eingesetzt. Mit Pflegedienstleiterin Birgitt Rediske bilden die drei künftig die neue Leitung des Friederike-Fliedner-Hauses.

Das Haus wurde 1963/64 als Kreisaltenheim des Kreises Wetzlar erbaut. 1983 übernahm die Königsberger Diakonie die Trägerschaft. Benannt ist es nach der in Braunfels geborenen Friederike Fliedner geborene Münster (1800 -1842). Die Lehrerstochter war mit Pfarrer Theodor Fliedner (Kaiserswerth bei Düsseldorf), dem Begründer der weiblichen Diakonie, verheiratet.

Die Königsberger Diakonie ist die größte diakonische Einrichtung der Region. Mit ihren fünf Standorten in Wetzlar, Braunfels und Hüttenberg kann sie Betreuungseinrichtungen für über 500 Senioren anbieten. Das Werk geht auf seine Gründung im Jahr 1850 als „Krankenhaus der Barmherzigkeit“ in Königsberg/Ostpreußen zurück. Infolge des Zweiten Weltkrieges mussten die Diakonissen 1948 ihr bisheriges Zentrum verlassen. 1952 fanden sie auf dem Altenberg im ehemaligen Prämonstratenzerinnenkloster ein neues Zuhause. 2009 wurde das Kloster als Alten- und Pflegeheim geschlossen und auch die letzten Diakonissen sind nach Wetzlar gezogen. Höchstes Gremium der Königsberger Diakonie ist der Verwaltungsrat. Vorsitzender ist seit Juni vom ehemaligen Solmser Bürgermeister Jörg Ludwig.

Erstellt am 27.07.2011 von Lothar Rühl
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