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Ensemble Kirchhof bietet Musik der Renaissance

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Es waren schon musikalische Kostbarkeiten, die das Duo Martina und Lutz Kirchhof mit ihren mittelalterlichen Instrumenten Gambe und Laute zur Eröffnung der Altenberger Sommerkonzerte in der Klosterkirche servierte. Bei diesen fein zelebrierten Klangwelten fühlten sich die 60 Besucher um einige Jahrhunderte an die europäischen Fürstenhöfe zurückversetzt.
 
„Es ist schön, dass sie uns auch in diesem Jahr die Treue gehalten haben“, begrüßte der Theologische Leiter der Königsberger Diakonie, Pfarrer Jörn Contag die Besucher. Dabei galt sein besonderer Dank dem künstlerischen Leiter der Konzertreihe, Kirchenmusikdirektor Joachim Eichhorn, der seit 1979 die Sommerkonzerte organisiert, die alljährlich hunderte Musikliebhaber in die Klosterkirche locken.

Ein echter Schlawiner war er, dieser englische Lautenspieler John Dowland (1562-1626). Ließ sich von Hessens Landgraf Moritz zum Bleiben bewegen und reich beschenken – um dann doch mit seiner Laute weiter zu ziehen. Nur eins von vielen Schmankerln, die der Laute-nist Lutz Kirchhof zum Besten gab, um seinem Publikum den Sprung in die Klangwelt der Renaissance zu erleichtern. „Gahr lustisch ist spazierengehen“ dieser Titel war Programm für eine musikalischen Reise quer durch Europa. Manche Melodien gehen bereits auf keltische Ursprünge zurück, andere stellen eine Vertonung biblischer Psalmen dar oder dienen der mu-sikalischen Untermalung von bunten Reigen und wilden Sprungtänzen. 

Im gemeinsamen, vom Zwischenapplaus des konzentriert lauschenden Publikums nur wenig unterbrochenen Spiel, schufen die Künstler musikalische Bilder einer lebensfrohen Welt vor gut 400 Jahren. Die Musik ist klar, leise und trotzdem nie ohne Temperament. Dass hinter so viel Leichtigkeit trotzdem ein hohes Maß an Präzision, Schnelligkeit und Übung steht, wird besonders bei den Solostücken der beiden Instrumente deutlich. Dabei verstand es Lutz Kirchhof, einer der renommiertesten Lautenspieler unserer Zeit, bravourös, die delikat ge-dämpfte Schönheit des Lautentons zum Leben zu erwecken. Dieses nicht nur im höfischen Kreis beliebte, sehr leicht gewichtige Saiteninstrument mit der immer richtigen Fingerstellung auch mehrstimmig zu spielen, erfordert ein großes Können.

Dabei funktioniert die Harmonie zwischen Lutz Kirchhof und seiner Frau Martina brillant. Mehr als einen kurzen Blickkontakt benötigen beide nicht, um die Stimmung zu erfassen und punktgenau zu spielen. Mal graziös schreitend, mal springend, das Gambenspiel kam weich, fließend und immer sehr präzise, der Laute  angepasst.  Auch die kompliziertesten  Harmoni-en klangen leicht und sanft.

Ein schöner, lieblicher und ausgesprochen anheimelnder Konzertabend in der Klosterkirche, für den sich das begeisterte Publikum mit stürmischem Beifall bedankte und mit drei Zugaben belohnt wurde.  

Text und Bild: Werner Volkmar

Erstellt am 04.06.2011 von Lothar Rühl
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