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(0 64 41) 2 06-191 (Wohnen & Pflege)Erstmals haben die Königsberger Diakonie und das Therapiezentrum Timo Weber zu einem Tag der offenen Tür ins Haus Renata im Robert-Koch-Weg eingeladen. Heimleiterin Eva Steinmetz zog eine positive Bilanz der Aktion. Es sei gelungen Bürger für die Angebote von der Schwangerengymnastik bis zur Pflege im Alter zu interessieren. Etliche Besucher nutzten die Gelegenheit, um im persönlichen Gespräch die Angebote im Therapiezentrum und in der Königsberger Diakonie kennen zu lernen. Timo Weber und sein Team stellten die Möglichkeiten vor, die das Therapiezentrum für alle Altersgruppen bietet. So gaben die Mitarbeiter Einblicke in die physiotherapeutischen Angebote, in den Wellnessbereich mit Sauna, die Kurse im Bewegungsbad vom Baby- bis Seniorenschwimmen.
Die Königsberger Diakonie begrüßte ihre Gäste in der Tagespflege, in die Senioren morgens von Angehörigen gebracht oder vom Fahrdienst geholt werden. Hier konnten die Gäste beim Taschendruck , mit Seidenmalerei und Gedächtnistraining Einblicke in die Betreuung nehmen.
„Wie ist das mit dem betreuten Wohnen? Wie groß sind die Räume?“ Das waren Fragen, die die Besucher ein Stockwerk höher stellten. Schließlich hatte sich auch die stationäre Pflege geöffnet, in der Menschen auf dem letzten Lebensabschnitt begleitet werden, die eine tägliche intensive Betreuung benötigen. Die Königsberger Diakonie hat im Haus Renata 22 Pflegeplätze und 32 Wohnungen für betreutes Wohnen. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von dem großen Angebot im Haus. Der Blumenladen Markus Füssel stellte die Dekoration für den Tag der offenen Tür.
Timo Weber lud die Gäste zur Seniorengymnastik sowie zur Schulter- und Nackenentspannung ein. Die Königsberger Diakonie bot eine schmackhafte Gulaschsuppe sowie Kaffee und Kuchen.
Besonderes Interesse fand ein Vortrag des Neurologen Dr. Dieter Knehr zum Thema „Demenz – Herausforderung für Betreuende und Angehörige. Dabei ging der Arzt auf die Veränderungen ein, denen Demenzkranke ausgesetzt sind.
Unter dem Begriff Demenz werden mehrere Krankheitsbilder zusammengefasst, führte Knehr in seinem Vortrag aus. Das Bekannteste sei die Alzheimer Krankheit, die 1902 erstmals von dem Wiener Neurologen Alois Alzheimer dokumentiert wurde. Alzheimer habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verbreitet.
Dies liege daran, dass die Lebenserwartung gestiegen sei. Weltweit gebe es 30 bis 40 Millionen Demenzkranke. In Deutschland seien über eine Million Menschen betroffen. Diese Zahl werde steigen. Bis 2030 werde mit bis zu zwei Millionen Erkrankten gerechnet. Das Ansteigen der Erkrankung liege vor allem daran, dass die Menschen immer älter werden. Nach den neuesten Statistiken haben Männer eine durchschnittliche Lebenserwartung von 77 Jahren, Frauen von 82 Jahren. „Frauen haben eine höhere Lebenserwartung, aber auch ein gestiegenes Risiko, um an Demenz zu erkranken“, so der Mediziner. Bei Männern könnte jeder Dritte betroffen sein, bei Frauen jede Zweite. Ab dem 60. Lebensjahr verdoppele sich das Auftreten von Demenz alle fünf Jahre.
Typisch für eine Demenz sei die Abnahme des Gedächtnisses und weiterer geistiger Funktionen. Beeinträchtigt seien Denken, Rechnen, Orientierung und Urteilsvermögen. Demenzkranke könnten Neues nicht mehr aufnehmen. Auch gewohnte Tätigkeiten würden schwerfallen und das Durstgefühl sei gestört. Mit der Zeit gehe die Sprache verloren. Bislang seien noch keine Medikamente entdeckt, die Demenz heilen können. Die Entwicklung von Demenz könne der Mensch nicht durch Ernährung oder gesundes Leben beeinflussen.