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Hans-Jürgen Simon verabschiedet

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Generationswechsel im Verwaltungsrat der Königsberger Diakonie in Wetzlar. Bei der jährlichen Sitzung ist der langjährige Volksbank-Direktor Hans-Jürgen Simon (Niederbiel) nach 29-jähriger ehrenamtlicher Leitungstätigkeit zum 30. Juni zurückgetreten.

Der 69-jährige Simon begründete seinen Schritt damit, er wolle einem jüngeren Leitungsteam Platz machen. Als die Königsberger Diakonie im Frühjahr 2010 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, kündigte er an, dass er seine Aufgabe weiterführen werde, bis sich die Lage gebessert habe.
Als Direktor der Raiffeisenbank Wetzlar war er 1982 in den Vorstand berufen worden. Bei seinem Eintritt habe er sich von dem Bibeltext aus dem Kolosserbrief Kapitel 3, Vers 23 leiten lassen, wo es heißt: Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen.“ Unter seiner Leitung sei es zur Erweiterung und zum Ausbau der Altenpflege innerhalb der Königsberger Diakonie gekommen, so sein Stellvertreter Helmut Müller. Er erwähnte, dass das Werk in den achtziger Jahren in Braunfels sowohl das Solmser Heim als auch das Friederike-Fliedner-Haus übernahm. Das betreute Wohnen sei in der Amtszeit von Simon eingeführt worden, ebenso die Tagespflege. Als Grundstücke in der Spilburg nach dem Abzug der Bundeswehr zum Verkauf standen, hat die Königsberger Diakonie drei Gebäude erworben. Die Kurzzeitpflege und die häusliche Krankenpflege wurden in Form der Diakoniestation dem Werk angegliedert. 2004/2005 habe sich Simon für eine umfassende Neuregelung der Leitungsstrukturen und eine damit verbundene Satzungsänderung stark gemacht. Damals wurde ein hauptamtlicher Vorstand gebildet, dem ein Verwaltungsrat und ein Kuratorium gegenüber steht. Enttäuschung habe sich bei Simon breit gemacht, als 2010 die finanzielle Schieflage bekannt wurde.

Der Theologische Leiter der Königsberger Diakonie, Pfarrer Jörn Contag, würdigte Simon als Menschen, der stetig, klar, gerade aus und verlässlich seine ehrenamtliche Aufgabe wahrgenommen habe. Helmut Müller sprach den Dank für das Kurotorium und den Verwaltungsrat aus, Gertrud Schmidt für die Diakonische Schwestern- und Bruderschaft Altenberg (DSBA).

Simon erinnerte daran, dass er in einer Zeit in die Leitung gekommen sei, in der sich die Königsberger Diakonie von einer diakonischen Einrichtung zu einem Wirtschaftsunternehmen gewandelt habe. Dies sei bis heute noch nicht abgeschlossen. Nach einem wirtschaftlich schwierigen Jahr gehe es jetzt wieder aufwärts.
Dies bestätigte auch Contag. Es sei gelungen in etlichen Bereichen wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Die sei möglich geworden durch Grundstücksverkäufe, Personalabbau, Wegfall der Bereichsleitung, Umstrukturierungen und Schließung der Zentralküche. Das hauseigene Schwimmbad in Wetzlar konnte an das Therapiezentrum Timo Weber im gleichen Gebäude verpachtet werden. Im Haus Elisabeth wurden Zimmer vermietet, so dass es sich wieder finanziell selbst trägt.
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Das Kuratorium wählte den ehemaligen Solmser Bürgermeister Jörg Ludwig zu seinem Nachfolger. Der 50-jährige gehörte bereits als Bürgermeister viele Jahre dem Kuratorium an, das derzeit aus fünf Mitgliedern besteht.


Das für 2011 erwartete gute Ergebnis komme allerdings auch zustande, weil bis Mitte 2013 keine Kosten für das Kloster Altenberg anfallen und weil die Mitarbeiter auch in diesem Jahr auf fünf Prozent ihres Gehaltes verzichten. Nach Angaben von Contag haben Mitarbeiter 30 Verbesserungsvorschläge unterbreitet, die nach und nach in die Tat umgesetzt werden. Die Königsberger Diakonie ist die größte diakonische Einrichtung der Region mit 500 Mitarbeitern und 600 Pflege-, Wohn- und Ausbildungsplätzen.

Erstellt am 24.06.2011 von Lothar Rühl
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