Aktuelles

Ob aktuelle Veranstaltungen, Projekte oder Veränderungen in den Einrichtungen – hier finden Sie die wichtigsten Meldungen rund um die Königsberger Diakonie und ihre Häuser im Überblick.

5. September 2019

Seniorenzentrum Hüttenberg: Wo Mitarbeiter ihre Herzen öffnen

Für acht Millionen Euro ist 2009 das Seniorenzentrum Hüttenberg erbaut worden. Dass ein Seniorenheim, Seniorenwohnungen und die Diakoniestation unter einem Dach untergebracht sind, war beim Bau vor zehn Jahren etwas Besonderes, so Eva Steinmetz, Vorstand der Königsberger Diakonie. Hessens Familienminister Jürgen Banzer (CDU) sprach damals von einem zukunftsweisenden Projekt. Er sollte Recht behalten, denn heute ist die Zusammenlegung von mehreren Angeboten unter einem Dach als Komplexeinrichtungen durchaus üblich.

Für acht Millionen Euro ist 2009 das Seniorenzentrum Hüttenberg erbaut worden. Dass ein Seniorenheim, Seniorenwohnungen und die Diakoniestation unter einem Dach untergebracht sind, war beim Bau vor zehn Jahren etwas Besonderes, so Eva Steinmetz, Vorstand der Königsberger Diakonie. Hessens Familienminister Jürgen Banzer (CDU) sprach damals von einem zukunftsweisenden Projekt. Er sollte Recht behalten, denn heute ist die Zusammenlegung von mehreren Angeboten unter einem Dach als Komplexeinrichtungen durchaus üblich.
Rund 100 Bewohner, Betreiber und Gäste haben bei einem Sommerfest das zehnjährige Bestehen des Seniorenzentrums gefeiert. Königsberger Diakonie, Gewobau und die Kirchengemeinde Hüttenberg als Betreiber der Diakoniestation hatten zu dem Fest eingeladen.
Hüttenbergs Bürgermeister Christof Heller (CDU) lobte das Projekt, das in einer Gesellschaft, die immer älter wird, Neues gewagt hat. Der Bürgermeister dankte Pfarrer Karl-Ernst Platt für die Kirchengemeinde und Werner Müller als damaligen Vorsitzenden der Diakoniestation für ihren Mut. „Pflege, Wohnen, Begegnen“ sind von Anfang an Konzept des Hauses, so Heller. So wird das Haus auch Ort als Begegnungszentrum der Seniorenarbeit genutzt. Zu den Gästen der Jubiläumsfeier gehörten auch Alt-Bürgermeister Hans Schmidt, Pfarrer Carsten Hess, Pfarrer Platt und Werner Müller. Im Seniorenzentrum gibt es 25 Wohnungen der Gewobau sowie 40 Pflegeplätze der Königsberger Diakonie.
Vor zehn Jahren hatten die Kinder des angrenzenden Kindergartens Sonnenburg ein Lied und ein Gedicht zur Einweihungsfeier beigetragen. Einrichtungsleiterin Anja Becker konnte nun einige der heute 15-Jährigen willkommen heißen. Sie sangen das damals vorgetragene Lied noch einmal in Mundart und in Hochdeutsch.
Pfarrer i. R. Karl-Ernst Platt (Wetzlar) erinnerte sich daran, dass die ersten Ideen zu dem Seniorenzentrum 1993/1994 bewegt wurden. Er lobte die politischen und kirchlichen Gremien, die das Projekt einstimmig beschlossen. Ohne die Gewobau hätte das Zentrum nicht verwirklicht werden können. Platt wünschte, dass sie Bewohner sich auch in Zukunft in dem Haus gut aufgehoben und die Hüttenberg sich weiter der Einrichtung verbunden wissen. Ferner sprach er die Hoffnung aus, dass immer genügend Mitarbeiter für die Diakoniestation und die Königsberger Diakonie gewonnen werden, „die sich engagiert und im Geiste Jesu der Bewohnerschaft annehmen“.


Steinmetz erinnerte daran, dass ihr Vorgänger, Pfarrer Jörn Contag, 2009 von einem „Raumschiff Enterprise“ gesprochen hatte. Die Wege für die Mitarbeiter seien lang, aber das Haus biete für die Bewohner viel Bewegungsfläche. Steinmetz ging auf die Königsberger Diakonie ein, in deren Namen seit 1850 das Wort „Barmherzigkeit“ enthalten ist. Barmherzigkeit sei eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffne ihr Herz fremder Not und nehme sich ihrer mildtätig an. Es sei beruhigend, dass unter dem Dach des Seniorenzentrums Wohnen, Pflege, Seelsorge, Gemeinschaft, Kultur und Menschen, die einfach zuhören und dabei ihre Herzen öffnen, zusammen möglich ist. Steinmetz mahnte bei der Feier aber auch die gesellschaftliche Anerkennung der Pflegekräfte an. Bei den politisch geplanten Veränderungen sollten nicht nur die Krankenpflege zum Guten verändert werden. Die Altenpflege dürfte nicht auf der Strecke bleiben.

Zum Programm des Sommerfestes gehörte auch der Auftritt von Hans Glaum mit Sketchen sowie Musik mit der Band „The Worried SkiffleGamblers“, die mit Banjo, Gitarre, Waschbrett und Teabass für gute Laune sorgten. Die Besucher und Bewohner ließen es sich zudem bei Kaffee und Kuchen schmecken.

Weiterlesen

11. August 2019

Sommerfest zum 10-jährigen Bestehen

Zum Sommerfest und zehnjährigen Jubiläum lädt das Seniorenzentrum Hüttenberg (Berliner Straße 10) am Freitag, 30. August, ab 14.30 Uhr ein. 

Zum Sommerfest und zehnjährigen Jubiläum lädt das Seniorenzentrum Hüttenberg (Berliner Straße 10) am Freitag, 30. August, ab 14.30 Uhr ein. Ein buntes Programm mit Beiträgen von Groß und Klein erwartet die Besucher. Für gute Stimmung sorgt die Band „The Worried Skiffle Gamblers“ mit Gabi Schuster (an Großmutters Waschbrett), Peter Turczak (Banjo), Rolf Pobel (am Teekistenbass) und Jochen Rudolph (Gesang, Akustik-Gitarre). Durch herzhaftes vom Grill und Salate sowie Kaffee und Kuchen ist für das leibliche Wohl gesorgt. 2009 war das Seniorenzentrum eröffnet worden. Die Partner im Seniorenzentrum Hüttenberg sind die Gewobau mbH, die Köngisberger Diakonie, die Evangelische Kirchengemeinde Hochelheim und die Gemeinde Hüttenberg. Im Haus hat auch die Diakoniestation Hüttenberg ihre Zentrale.

Weiterlesen

18. Juli 2019

Ausstellung würdigt Geschichte und Wirken der Diakonissen

Die Geschichte und das Wirken der Königsberger Diakonissen der Barmherzigkeit steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die derzeit im Neuen Rathaus  in Wetzlar (Ernst-Leitz-Straße 30) zu sehen ist. Auf 25 Infotafeln wird die Historie des christlichen Werkes in Texten und Bildern nachgezeichnet.

Die Geschichte und das Wirken der Königsberger Diakonissen der Barmherzigkeit steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die derzeit im Neuen Rathaus (Ernst-Leitz-Straße 30) zu sehen ist. Auf 25 Infotafeln wird die Historie des christlichen Werkes in Texten und Bildern nachgezeichnet.

Hausherr Oberbürgermeisters Manfred Wagner (SPD) würdigte das Leben der Diakonissen, die ab in der Nachkriegszeit mit ihren unverkennbaren weißen Hauben das Stadtbild in Wetzlar prägten. Sie waren im Stadtkrankenhaus, in Kirchengemeinden sowie in den eigenen Häusern auf dem Altenberg als auch im Haus Königsberg sowie im Schwesternwohnheim und in der Mutterhaus-Verwaltung eingesetzt. Wagner erinnerte daran, dass die Geschichte des Mutterhauses bereits vor rund 170 Jahren begann. 1850 wurde das Werk in Königsberg in Ostpreußen gegründet. Heute sei es Teil der Geschichte der Diakonie, die auf den Theologen Theodor Fliedner (1800 bis 1864) zurück geht, dessen Ehefrau Friederike aus Braunfels stammte. Er habe eine Bildungsarbeit für evangelische Pflegerinnen ins Leben in Kaiserswerth (heute Stadtteil von Düsseldorf), das den Grundstein für das seit dem 19. Jahrhundert bestehende Diakonissenamt legte. Damals hätte dies Frauen eine Lebensperspektive gegeben, die sie in einer Lebens- und Dienstgemeinschaft fanden.

Der Vorsitzende des Freundeskreises der Königsberger Diakonie, Dr. Christean Wagner (Lahntal), dankte Stadträtin Sigrid Kornmann (FDP), die sich für den Standort der Ausstellung eingesetzt hat. Seit 1955 hätten die ostpreußischen Diakonissen im Kloster Altenberg und in Wetzlar gewirkt und seien ein fester Begriff in der Region. Viele aber wüssten nichts über ihren Weg aus Ostpreußen nach Mittelhessen. Der ehemalige Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag erinnerte daran, dass die christliche Gemeinschaft 1945 ihre Heimat Ostpreußen verlassen musste und nach zehn Jahren Aufnahme in verschiedenen Häusern der Kaiserswerther Diakonie im Kloster Altenberg ein Zuhause fanden. Wagner, der selbst in Königsberg geboren wurde, lobte das Engagement der heutigen Königsberger Diakonie als Zeichen der Völkerverständigung. Regelmäßig besuchten sie das Gebietskrankenhaus Kaliningrad, das die Wiege des christlichen Werkes ist. In Kaliningrad wachse unter den Mitarbeitern das Interesse an der Geschichte des Krankenhauses. Er freue sich, dass das segensreiche Wirken der Diakonissen in den Einrichtungen in Wetzlar, Braunfels und Hüttenberg seine Fortsetzung findet. Die Diakonissen hätten sich einst im festen Glauben an Gott selbstlos dem Dienst am Nächsten zur Verfügung gestellt.

Ein Jahr lang hat die Historikerin Dr. Andrea Pühringer (Grünberg) die Historie wissenschaftlich aufgearbeitet und daraus die Ausstellung entwickelt sowie einen erläuternden Katalog verfasst. Erstmals sei damit die Geschichte der Königsberger Diakonissen der Barmherzigkeit wissenschaftlich dokumentiert. Zeichnungen und Karten lieferte Melanie Müller-Bering (Marburg) dazu. Die Gestaltung stammt von Tom Engel (Ebsdorfergrund).

Pühringer sagte, die Dokumentation stelle einen Teil der Pflege- und Medizingeschichte dar. Sie würdigte die Leistungen der pietistischen Netzwerke und der Inneren Mission für die Arbeit von Frauen im 19. Jahrhundert. Ihre Leistung habe darin bestanden das umfangreiche Material gekürzt, vereinfacht und zugespitzt für die Allgemeinheit aufzuarbeiten. Bemerkenswert fand sie, dass die Königsberger Diakonissen einst die einzigen Personen waren, die mit medizinischen und pflegerischen Kenntnissen in den wenig besiedelten Gebieten Ostpreußens Hilfe leisteten. Auf dem Höhepunkt der Königsberger Diakonie seien bis zu 1000 Schwestern aktiv gewesen. Von den heute noch lebenden Diakonissen konnten drei an der Aussstellungseröffnung teilnehmen. Die Leiterin der Königsberg Diakonie Eva Steinmetz sagte vor rund 100 Besuchern der Vernissage „Es ist ein guter Tag für uns alle“, denn jetzt werde das segensreiche Wirken der Diakonissen dargestellt. Das Leitbild der Frauen mit ihren weißen Hauben sei von Anfang an das biblische Motto aus der Geschichte über den barmherzigen Samariter: „Gehe hin und handle ebenso“ (Lukasevangelium, Kapitel 10, Vers 37). Barmherzigkeit sei eine Eigenschaft des menschlichen Charakters, die helfe das Herz zu öffnen und sich des Nächsten anzunehmen. Dies werde auch heute noch in der Königsberger Diakonie gelebt.

Die Königsberger Diakonie ist heute Trägerin von vier Alten- und Pflegeheimen in Wetzlar, Hüttenberg und Braunfels und betreut in diesen Häusern 300 alte und pflegebedürftige Menschen. Im Kloster Altenberg ist die Ausbildung sowie eine Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahme für benachteiligte Menschen untergebracht. Zur Königsberger Diakonie in Wetzlar gehören weiterhin ein Bildungszentrum für Altenpflegeberufe, ein Bildungsträger beruflicher Rehabilitation, Betreutes Wohnen sowie ein ambulanter Pflegedienst.
Die Ausstellung unter dem Thema „Die Königsberger Diakonissen der Barmherzigkeit“ ist noch bis zum 16. August im Neuen Rathaus (Ernst-Leitz-Straße 30) zu sehen. Geöffnet ist sie montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr. Mittwochs schließt sie bereits um 17 Uhr.

Weiterlesen