Aktuelles

Ob aktuelle Veranstaltungen, Projekte oder Veränderungen in den Einrichtungen – hier finden Sie die wichtigsten Meldungen rund um die Königsberger Diakonie und ihre Häuser im Überblick.

24. Mai 2020

Videotelefonate für Heimbewohner

„Auf wiedersehen. Ich hab dich lieb“. Mit diesen Worten verabschiedet sich Heike Meißner über Videotelefonie von ihrer Mutter Hilde Knäbe, die seit vier Jahren im Haus Königsberg der Königsberger Diakonie lebt. Ein- bis zweimal in der Woche suchen Heike Meißner und ihre Töchter Celine und Kristin digitalen Kontakt zu der 92-Jährigen, denn ein persönliches Treffen war viele Wochen nicht möglich.

„Auf wiedersehen. Ich hab dich lieb“. Mit diesen Worten verabschiedet sich Heike Meißner über Videotelefonie von ihrer Mutter Hilde Knäbe, die seit vier Jahren im Haus Königsberg der Königsberger Diakonie lebt. Ein- bis zweimal in der Woche suchen Heike Meißner und ihre Töchter Celine und Kristin digitalen Kontakt zu der 92-Jährigen, denn ein persönliches Treffen war viele Wochen nicht möglich. Weil seit Mitte März die Senioren- und Pflegeheime für Besucher geschlossen sind, hat sich die Königsberger Diakonie nach Möglichkeiten umgesehen, die Isolation der Bewohner auf digitalem Weg zu erleichtern. Der Freundeskreis der Königsberger Diakonie mit ihrem Vorsitzenden Dr. Christean Wagner spendete neun Tablets, der Lions Club Wetzlar gab ein zehntes Gerät dazu. So sind nun alle Wohnbereiche in Wetzlar, Braunfels und Hüttenberg mit den Geräten ausgestattet.
Die Familien nutzen natürlich den telefonischen Kontakt. Manche kommunizieren auch über die Whats App-Videofunktion mit den alten Menschen. Seit April sind die ersten Tablets im Einsatz, auf die das Programm Skype installiert wurde.
Seit 4. Mai hat die hessische Landesregierung die Besucher in Alten- und Pflegeheimen mit Auflagen wieder erlaubt. So kann ein Angehöriger nach Terminabsprache in einem neutralen Raum die Mutter oder den Vater, den Ehemann oder die Ehefrau auf Abstand besuchen. Sie müssen einen Abstand von 1,50 Meter einhalten. Zudem ist der Besuch auf einen Kontakt pro Woche und eine Stunde begrenzt. Ferner besteht die Auflage, dass das Pflegepersonal die Kontaktaufnahme begleiten soll. Meist sind in dem Raum mehrere Besuchsmöglichkeiten aufgebaut.
Auch Familie Meißner hat sich gefreut, dass man sich nun wieder Auge in Auge gegenüber sitzen kann. Doch Mutter Hilde Knäbe ist enttäuscht. Man kann sich nicht in den Arm nehmen. Es gibt viele Nebengeräusche von anderen Gesprächen und der Kontakt ist immer unter Beobachtung. „Da können wir nichts Persönliches besprechen“, so die Seniorin. Da ist es ihr viel lieber die Familie über Videotelefonie zu sprechen und zu sehen.
Das Nutzen des Tablets erfordert allerdings von allen Seiten Eingewöhnen und Anleitung. Die Königsberger Diakonie weist ihr Pflegepersonal nach Angaben von Anja Becker, Stellvertretender Vorstand, in die Nutzung des Programmes Skype ein. Der Umgang mit dieser digitalen Technik sei noch ein Lerneffekt für alle. Noch sind nicht alle Mitarbeiter damit vertraut. Das erlebte Familie Meißner gerade, als die Zeitung zu Gast war. Zunächst muss Heike Meißner auf der Station Orange anrufen und das diensthabende Pflegepersonal darum bitten, Skype zu starten und Oma Knäbe das Tablet aufs Zimmer zu bringen. Doch die Pflegerin bekennt, dass sie sich damit noch nicht auskennt. Aber sie wendet sich an ihre Kollegin, Pfelgehelferin Agnieszka Ciemiega, die es bewerkstelligt. Die Meißners können nun zuschauen, wie die Pflegerin das Tablet durch die Flure bis zu Hilde Knäbe bringt, die sofort erfreut ist, die Familie zu sehen. Hilde Knäbe kann so in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und mit Tochter und Enkelinnen plaudern. Dieses Mal stellt die Seniorin fest, dass sie ihre Tochter nicht gut verstehen kann. Es liegt aber nicht an der Internetübertragung. Hilde Knäbe findet selbst den Fehler, es ist der Fernseher, der nebenher läuft. Als sie ihn per Fernbedienung ausstellt, ist ein ungestörtes Gespräch möglich. „Wir sprechen meistens so 20 bis 30 Minuten miteinander“, kommentiert Heike Meißner. Für die Meißners ist Skype ein vertrautes Programm, denn die 22-jährige Celine und die 18-jährige Kristin gehören zu der Generation, die sich selbstverständlich mit den Chancen der digitalen Technik auskennt und bereits einen sogenannten Account hatte. Heike Meißner hat erst in der Corona-Krise das Programm kennen gelernt und schätzt es sehr.


„Über Skype kann ich euch alle sehen“, freut sich Oma Knäbe. Sie selbst sagt, dass sie nichts Neues berichten kann. Der Alltag im Seniorenheim gebe nicht so viel für Plaudereien her. Aber sie ist sehr interessiert, was sich in Wetzlar tut, was Thomas und Heike Meißner erleben, was die Enkelinnen zu erzählen haben. „Wir haben eine Familiengruppe gegründet mit Geschwistern und Nichten“, erzählt Heike Meißner. So haben sie beispielsweise an Ostern gemeinsam digital gekocht und sich ausgetauscht bei einer Skypekonferenz.

„Ich erzähle Oma von der Schule“ weiß Kristin zu berichten und Studentin Celine von ihrem Einsatz in einem Kindergarten. „Wir haben Oma ein Malbuch mit Stiften geschenkt, weil ihr vor Langeweile die Decke im Seniorenheim auf den Kopf fällt“, so Heike Meißner. Sie hat Gefallen an dem Malen gefunden. Stolz zeigte sie der Familie ihre Werke über die Videotelefonie. Die Reaktionen der Familie haben ihr Freude bereitet und ihr gut getan.

Über Skype träumen die Meißners und die Seniorin was sie machen wollen, wenn die Einschränkungen aufgehoben werden. „Essen gehen, neue Schuhe kaufen, Feste nachholen“, sprudelt es aus Hilde Knäbe. Im Moment beschäftigt sie sich mit der Aussicht, dass erstmals seit dem Lockdown der Friseur auf ihre Station kommen kann. Heike Meißner ermutigt die alte Dame doch ihre Beweglichkeit nicht zu vernachlässigen und ihre Runden mit dem Rollator auf dem Stationsflur zu drehen. Dann ist das Gespräch zu Ende. „War schön dich zu sehen“, erklärt Enkelin Celine, bevor sie auf den Aus-Knopf drückt.
Für die Seniorin wie für die Familie sind es besondere Momente in dieser Krisenzeit so vertraut über den Computer miteinander zu begegnen, sich in die Augen zu sehen und erleben. Die Königsberger Diakonie will nun die Hausärzte ihrer Bewohner einladen, ihre Visite über Skype zu machen, wenn ein persönlicher Besuch nicht erforderlich ist.

Bild: Familie Meißner im Gespräch mit der Großmutter über Videotelefonie.

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22. Mai 2020

„Griechischer Wein“ für die Bewohner im Seniorenheim

Riesig haben sich die 81 Bewohner des Seniorenheimes Haus Königsberg an der Lahn der Königsberger Diakonie gefreut. Nach acht Wochen Lockdown konnten sie ein Konzert mit Frank Mignon und Anita Vidovic genießen. Wegen der Corona-Sicherheitsbestimmungen sang und spielte das musikalische Duo auf der Außenterrasse des Seniorenheimes.

Riesig haben sich die 81 Bewohner des Seniorenheimes Haus Königsberg an der Lahn der Königsberger Diakonie gefreut. Nach acht Wochen Lockdown konnten sie ein Konzert mit Frank Mignon und Anita Vidovic genießen. Wegen der Corona-Sicherheitsbestimmungen sang und spielte das musikalische Duo auf der Außenterrasse des Seniorenheimes. Die Bewohner lauschten bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen um die 25 Grad der Musik auf Balkonen und vor offenen Fenstern. Schlager wie „Griechischer Wein“, „Sierra Madre del sur“, „La Mer“ oder „Ein Stern der deinen Namen trägt“ rührten die Bewohner ebenso wie vorbeikommende Passanten auf dem Lahnradweg. Die Pflegekräfte von Haus Königsberg hatten die Bewohner so platziert, dass sie aus vier Stockwerken dem etwas mehr als einstündigen Konzert folgen konnten. Dabei wurde geklatscht und teilweise auch getanzt.
Ermöglicht hatte dieses Konzert der Lions Club Wetzlar mit seinem Präsidenten Dr. Stephan Wagner. Er kündigte an, dass Mignon und Vidovic am kommenden Dienstag, 26. Mai, um 15 Uhr ein weiteres Konzert unter Beachtung der Abstandsregeln geben werde. Ordnungsamt und Gesundheitsamt hatten im Vorfeld der Veranstaltung unter den bekannten Auflagen zugestimmt. Wagner dankte dem Pflegepersonal, das in diesen Wochen viel zu leisten habe.
Eigentlich hatten die Lions für dieses Jahr ein ganz anderes Programm, berichtete Jürgen-Michael Blümel, einst Lions-Präsident im Jahr 2002/2003. Insgesamt sechs kulturelle Aktionen waren für 2002 im Rahmen der „Löwenstunden“ geplant. So sollte Anfang Mai eine Frühlingsfahrt ins Grüne mit anschließendem Kaffeetrinken den Bewohnern Abwechslung bringen. Doch der Lockdown verhinderte dies. Auch die weiteren Aufführungen werden wohl nicht stattfinden können. So sollte in den Sommermonaten eine magische Show stattfinden und im Herbst ein Nachmittag mit Clownerien. Ob das ins Auge gefasste Adventskonzert ausgerichtet werden kann, ist ebenfalls fraglich. „Schon im zehnten Jahr organisieren wir Lions im vierteljährlichen Abstand Veranstaltungen für die Bewohner“, erinnert sich Blümel, der 2011 gemeinsam mit Eva Steinmetz, heute Vorstand der Königsberger Diakonie“, die Idee der Löwenstunden entwickelte. Ein Bewohner erzählt, dass Mignon einst zu seiner Silberhochzeit Musik gemacht habe. Nun ist es ihm eine besondere Freude, den Niedergirmeser Entertainer noch einmal live zu hören. „Das ist der Pairser Tango“, „Heut Abend hab ich Kopfweh“ von Ireen Sheer oder „Ich will immer wieder dieses Fieber spür'n“ von Helene Fischer sorgten für glückselige Momente.

Bild: Frank Mignon und Anita Vidovic singen Schlager auf der Außenterrasse von Haus Königsberg an der Lahn. Die Bewohner hören dem Duo begeistert zu.

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11. Mai 2020

8. Information COVID-19: Erfahrungen Lockerungen seit 4. Mai 2020 – Besuchskonzeption – Version 2

Sehr geehrte Angehörige, BetreuerInnen und Bevollmächtigte,

weiterhin haben wir keine Infizierten/Erkrankten Mitarbeiter oder Bewohner zu beklagen.

Seit Montag setzen wir die gelockerte Besuchsregelung um, mit den unterschiedlichsten Erfahrungen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich über einen Besuch, aber einige Bewohnerinnen/Bewohner können die Schutzmaßnahmen nicht verstehen oder nachvollziehen, das führte auch schon einmal zu Verunsicherung und Unbehagen. Aber es gibt auch viele positive Erlebnisse und Begegnungen, aber allen fällt es schwer, auf die Nähe und eine Berührung oder Umarmung zu verzichten, dazu irritieren die Masken. Wir spüren in dieser Zeit, wie schmerzlich es ist, kein Lächeln auf dem Gesicht des Gegenüber zu sehen oder die Hand halten zu können und wir hoffen, dass bald wieder Normalität herrschen kann.

Besuchskonzeptionen:

Die Besuchsplanung klappt bisher gut, auch wenn wir vielleicht nicht alle Ihre Wünsche und Vorstellungen umsetzen können. Die zeitlichen Einschränkungen auf gewisse Tage und Zeiten sind notwendig, damit wir den nicht unerheblichen Aufwand bewältigen können. Wir sind bemüht, Ihre Wünsche in Einklang mit den gegebenen Möglichkeiten zu bringen. Vielleicht haben Sie bereits einen Besuch gemacht und erlebt, mit welchem Auflagen dies nur möglich ist. Nach wie vor sind wir verpflichtet, die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen und tun dies auch weiterhin zum Schutz  der Bewohnerinnen/Bewohner und Mitarbeiter. Nach wie vor gilt: „Abstand halten“, so schwer es auch fällt.

Besuche am Wochenende werden zunächst nicht umsetzbar sein. Wie jedes Jahr, haben die Mitarbeiter für Muttertag einiges vorbereitet für die „Mütter“ und die Bewohner. Sie werden mit besonderem Kuchen und Torte verwöhnt, dazu ein wenig Sekt und eine Rose. Die Mitarbeiterinnen der sozialen Betreuung werden sich genügend Zeit nehmen für Gespräche und die Erinnerungen die diesen besonderen Tag aufleben lassen.

Wir werden das Beste daraus machen, den Tag zu einem schönen Tag für alle zu machen.

Ich schließe auch heute mit einem herzlichen DANK für Ihr Mitdenken, Mitfühlen und Ihr Verständnis.

Sollten Sie weitere Fragen oder Anregungen haben, rufen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir eine E-Mail.

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